Du sitzt in der AEVO-Prüfung. Die Frage lautet: “Welche Inhalte muss ein Ausbilder laut Ausbildungsordnung vermitteln?” Du starrst auf die Antworten. War das in § 4 BBiG? Oder stand das im Ausbildungsvertrag? Dein Kopf rauscht. Du kreuzt an – und liegst falsch. Diese Unsicherheit kostet dich Punkte, Nerven und am Ende vielleicht den AdA-Schein.
Ich habe mich intensiv mit diesen Prüfungsfragen vorbereitet und sehe bei der Vorbereitung von Prüflingen immer wieder: Die Ausbildungsordnung ist kein kompliziertes Gesetzeswerk. Sie ist ein praktisches Werkzeug, das dir genau sagt, was du wann und wie vermitteln musst. Egal ob du zum ersten Mal zur AEVO-Prüfung antrittst oder dich nach Jahren Praxis endlich zertifizieren lassen willst: Fragen zur Ausbildungsordnung tauchen in der Prüfung garantiert auf.
Die gute Nachricht: Du musst nicht das ganze Berufsbildungsgesetz auswendig lernen. Du musst verstehen, was in der Ausbildungsordnung steht und wie du sie in der Praxis anwendest. Dann erkennst du in der Prüfung sofort die richtige Antwort.
In diesem Artikel erfährst du, was genau in einer Ausbildungsordnung steht und warum dieses Wissen prüfungsrelevant ist. Ich zeige dir konkrete Praxisbeispiele aus verschiedenen Berufen. Außerdem bekommst du drei Merksätze, mit denen du in der AEVO-Prüfung jede Frage zur Ausbildungsordnung sicher beantwortest.
Was ist die Ausbildungsordnung?
Die Ausbildungsordnung ist das zentrale Dokument für jeden anerkannten Ausbildungsberuf in Deutschland. Sie legt verbindlich fest, was ein Azubi während seiner Ausbildung lernen muss. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung erlässt sie für jeden Beruf einzeln. Sie bildet die rechtliche Grundlage für deinen Ausbildungsvertrag und deine tägliche Arbeit als Ausbilder.
Einfach gesagt: Die Ausbildungsordnung ist dein Fahrplan. Sie sagt dir nicht nur, welche Inhalte du vermitteln musst. Sie zeigt dir auch, wie lange die Ausbildung dauert, wie die Zeit aufgeteilt wird und welche Prüfungen am Ende stehen. Ohne sie würde jeder Betrieb nach eigenem Gutdünken ausbilden. Mit ihr bekommt dein Azubi eine vollständige, anerkannte Qualifikation.
Die rechtliche Grundlage findest du in § 4 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Dort steht, dass jede Ausbildungsordnung mindestens diese Elemente enthalten muss: Berufsbezeichnung, Ausbildungsdauer, berufliche Fertigkeiten und Kenntnisse (die sogenannten Lernfelder), einen sachlichen und zeitlichen Gliederungsplan sowie Prüfungsanforderungen. Die AEVO-Verordnung fordert von dir als Ausbilder, dass du diese Inhalte kennst und in der Planung und Durchführung der Ausbildung anwendest.
Was steht konkret in der Ausbildungsordnung?
Die Ausbildungsordnung ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Jeder Abschnitt hat eine klare Funktion für deine Ausbildungsarbeit.
Die Berufsbezeichnung steht am Anfang. Sie legt fest, welchen offiziellen Titel dein Azubi nach der Prüfung trägt. Zum Beispiel “Industriemechaniker” oder “Kaufmann im Einzelhandel”. Diese Bezeichnung ist geschützt. Nur wer die Prüfung besteht, darf sie führen.
Die Ausbildungsdauer gibt an, wie lange die Ausbildung regulär dauert. Bei den meisten Berufen sind das drei oder dreieinhalb Jahre. Diese Zeit kannst du unter bestimmten Voraussetzungen verkürzen. Die Ausbildungsordnung nennt auch die Mindestdauer.
Die Lernfelder bilden das Herzstück. Hier steht, welche beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten dein Azubi erwerben muss. Die Ausbildungsordnung gliedert diese Inhalte in thematische Bereiche. Für einen Industriemechaniker steht dort zum Beispiel: “Montage- und Demontagetechniken” oder “Instandhaltung von technischen Systemen”. Für einen Kaufmann im Einzelhandel findest du: “Verkaufsgespräche kundenorientiert führen” oder “Waren präsentieren”.
Jedes Lernfeld ist mit einer Zeitangabe versehen. Die Ausbildungsordnung sagt dir, wie viele Wochen oder Monate du für die Vermittlung einplanen sollst. Diese Zeitaufteilung hilft dir, die Ausbildung strukturiert zu planen.
Der sachliche und zeitliche Gliederungsplan (auch Ausbildungsrahmenplan genannt) konkretisiert die Lernfelder. Er zeigt dir die Reihenfolge, in der du die Inhalte vermitteln sollst. Er gibt auch an, ob du bestimmte Themen im ersten, zweiten oder dritten Ausbildungsjahr behandeln musst. Diese Struktur stellt sicher, dass dein Azubi Schritt für Schritt aufbaut.
Die Prüfungsanforderungen beschreiben, was in der Zwischen- und Abschlussprüfung abgefragt wird. Du weißt also von Anfang an, auf welche Kompetenzen du hinarbeiten musst. Die Ausbildungsordnung nennt auch die Prüfungsformen: praktisch, schriftlich oder mündlich.
Zusätzlich enthält die Ausbildungsordnung oft Hinweise zur Zusammenarbeit mit der Berufsschule. Das duale System (Betrieb plus Schule) wird dort abgestimmt. Die Zeitaufteilung zeigt dir, wie viele Tage dein Azubi im Betrieb und wie viele in der Schule verbringt.
Warum ist das prüfungsrelevant?
Die AEVO-Prüfung testet, ob du als Ausbilder die rechtlichen und pädagogischen Grundlagen beherrschst. Die Ausbildungsordnung gehört zu den wichtigsten rechtlichen Dokumenten. Sie ist in allen vier Handlungsfeldern der AEVO relevant.
In Handlungsfeld 1 (Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen) musst du zeigen, dass du aus der Ausbildungsordnung konkrete Lernziele ableitest. Prüfer fragen: “Wie planen Sie die ersten Wochen der Ausbildung?” Die richtige Antwort bezieht sich auf die Lernfelder und den zeitlichen Gliederungsplan der Ausbildungsordnung.
In Handlungsfeld 3 (Ausbildung durchführen) kommt die Ausbildungsordnung bei Methodenwahl und Erfolgskontrolle ins Spiel. Prüfer fragen: “Woran messen Sie, ob Ihr Azubi das Lernziel erreicht hat?” Du antwortest mit Bezug auf die in der Ausbildungsordnung beschriebenen Kompetenzen.
Typische Fragenformate in der schriftlichen Prüfung sind Multiple-Choice-Fragen: “In welchem Dokument sind die Lernfelder einer Ausbildung festgelegt?” oder “Welche Aufgabe muss ein Ausbilder aus der Ausbildungsordnung herleiten?” In der praktischen Prüfung kommt das Thema im Fachgespräch. Prüfer fragen nach deiner Planung: “Warum haben Sie diese Unterweisung so aufgebaut?” Deine Antwort sollte die Ausbildungsordnung zitieren.
Statistisch gesehen beziehen sich etwa 10 bis 15 Prozent der Prüfungsfragen auf rechtliche Grundlagen wie die Ausbildungsordnung. In der praktischen Prüfung musst du nachweisen, dass du sie in deiner Unterweisungsplanung berücksichtigt hast. Wer die Ausbildungsordnung nicht kennt, verliert hier wertvolle Punkte.
Beispiele aus der Ausbildungspraxis
Beispiel 1: Industriemechaniker – Montagetechnik
Stell dir vor: Du bist Ausbilder in einem Maschinenbau-Betrieb. Dein Azubi soll lernen, wie man Getriebe montiert. Du nimmst die Ausbildungsordnung zur Hand und findest Lernfeld 5: “Montagetechnik”. Dort steht, dass dein Azubi lernen muss, Baugruppen zu fügen, zu sichern und zu prüfen. Die Ausbildungsordnung sieht dafür vier Wochen vor.
Du planst eine strukturierte Woche: Montag zeigst du die Werkzeuge und Arbeitsschritte vor. Dienstag lässt du deinen Azubi unter Anleitung arbeiten. Mittwoch bis Freitag übt er selbstständig. Du prüfst am Ende, ob er die Qualitätsmerkmale einhält, die in der Ausbildungsordnung genannt sind. So deckst du genau ab, was vorgeschrieben ist. Dein Azubi lernt sicher und strukturiert. In der Zwischenprüfung besteht er diese Aufgabe problemlos.
Beispiel 2: Industriekaufmann – Auftragsabwicklung
Du arbeitest im Großhandel. Dein Azubi kämpft mit Bestellabwicklungen. Du holst die Ausbildungsordnung vor und siehst Lernfeld 3: “Auftragsabwicklung”. Dort steht, dass dein Azubi lernen muss, Kundenanfragen zu bearbeiten, Angebote zu erstellen und Bestellungen zu überwachen.
Du teilst die Aufgabe in drei Schritte: Zuerst recherchiert dein Azubi, wie eine Bestellung im System erfasst wird. Dann simulierst du mit ihm eine Kundenanfrage. Schließlich lässt du ihn eine echte Bestellung eingeben. Du begleitest jeden Schritt und gibst Feedback. Nach zwei Wochen meistert dein Azubi die Auftragsabwicklung sicher. Die Ausbildungsordnung hat dir den Rahmen gegeben. Du hast ihn praxisnah gefüllt.
Beispiel 3: Zimmerer – Holzbearbeitung
Du leitest eine Schreinerei. Dein Azubi soll Dächer bauen lernen. In der Ausbildungsordnung findest du Lernfeld 4: “Holzbearbeitung”. Dort steht, dass dein Azubi verschiedene Holzverbindungen herstellen und Werkzeuge sicher einsetzen muss.
Du zeigst deinem Azubi die Werkzeuge vor: Säge, Hobel, Stechbeitel. Du erklärst die Sicherheitsregeln und demonstrierst eine Schwalbenschwanzverbindung. Dann lässt du ihn probieren. Du stehst daneben und korrigierst Fehler sofort. Nach drei Tagen kann dein Azubi die Verbindung selbstständig herstellen. Du prüfst gegen die Qualifikationsmerkmale aus der Ausbildungsordnung: passgenau, sauber, stabil. Alles passt. Die Ausbildungsordnung hat dir die Lernziele vorgegeben. Du hast sie erreicht.
Beispiel 4: Elektroniker – Grundschaltungen
Du bist in einem Elektroinstallationsbetrieb. Dein Azubi muss Schaltpläne lesen lernen. Die Ausbildungsordnung listet in Lernfeld 2 “Grundschaltungen” die Schritte: Schaltpläne interpretieren, Bauteile zuordnen, Schaltungen aufbauen und messen.
Du folgst dieser Vorgabe genau. Zuerst erklärst du deinem Azubi die Symbole im Schaltplan. Dann zeichnet er einen einfachen Stromkreis. Anschließend baut er die Schaltung auf einem Montageboard auf. Du lässt ihn mit dem Multimeter messen. Nach einer Woche kann dein Azubi einfache Schaltpläne lesen und umsetzen. Die Ausbildungsordnung hat dir die Struktur gegeben. Du hast sie 1:1 umgesetzt. Dein Azubi arbeitet jetzt fehlerfrei.
Beispiel 5: Kaufmann im Einzelhandel – Verkaufsförderung
Du managst einen Supermarkt. Dein Azubi lernt Kundenberatung. Lernfeld 1 der Ausbildungsordnung heißt “Verkaufsförderung”. Dort steht, dass dein Azubi den Bedarf des Kunden erkennen, Produkte anbieten und den Verkauf abschließen muss.
Du rollst das in einem Warenregal-Training aus. Du spielst den Kunden, dein Azubi berät. Du stellst Fragen: “Ich suche ein Geschenk.” Dein Azubi analysiert den Bedarf, zeigt passende Produkte und schließt den Verkauf ab. Du gibst Feedback: “Gut gemacht, aber frag noch mehr nach dem Anlass.” Nach zwei Wochen beherrscht dein Azubi die Beratung. Die Ausbildungsordnung hat dir die Lernziele gegeben. Du hast sie praxisnah umgesetzt.
Typische Fehler und Verwechslungen
Viele Ausbilder machen den Fehler, eigene betriebliche Inhalte zu priorisieren. Du denkst: “Mein Azubi muss zuerst diese spezielle Maschine bedienen, weil wir die oft brauchen.” Das ist nachvollziehbar, aber falsch. Die Ausbildungsordnung gibt die Reihenfolge vor. Du darfst betriebliche Schwerpunkte setzen, aber nur ergänzend. Die Lernfelder der Ausbildungsordnung bleiben der Maßstab. In der Prüfung musst du zeigen, dass du die Lernfeldnummern kennst und deine Planung darauf aufbaust.
Ein anderer häufiger Fehler ist das Überspringen von Lernfeldern. Du hast Zeitdruck, dein Azubi soll schnell produktiv werden. Also lässt du Grundlagen weg und startest direkt mit komplexen Aufgaben. Das führt zu Wissenslücken. Dein Azubi scheitert später an Aufgaben, die auf den übersprungenen Lernfeldern aufbauen. Halte die Sequenz ein. Die Ausbildungsordnung gibt sie vor, weil Lernen schrittweise funktioniert. In der Prüfung musst du deine Planung begründen. Wenn du Lernfelder übersprungen hast, fällt das negativ auf.
Manche verwechseln die Ausbildungsordnung mit dem Ausbildungsvertrag. Das ist ein klassischer Prüfungsfehler. Die Ausbildungsordnung definiert die Inhalte, die jeder Azubi in diesem Beruf lernen muss. Der Ausbildungsvertrag bindet individuell: Dauer, Vergütung, Urlaub. In Multiple-Choice-Fragen erscheinen beide Begriffe oft als Antworten. Merke dir: Wenn die Frage nach Inhalten fragt, ist die Ausbildungsordnung richtig. Wenn die Frage nach individuellen Vereinbarungen fragt, ist es der Vertrag.
Ein weiterer Fehler ist fehlende Erfolgskontrolle. Du vermittelst die Inhalte, aber prüfst nicht, ob dein Azubi sie wirklich beherrscht. Die Ausbildungsordnung nennt zu jedem Lernfeld Qualifikationsmerkmale. Nutze sie am Ende jeder Lerneinheit. In der Prüfung wirst du im Fachgespräch gefragt: “Woran erkennen Sie, dass Ihr Azubi das Lernziel erreicht hat?” Nenne dann konkrete Merkmale aus der Ausbildungsordnung.
Einige Ausbilder ignorieren die Berufsschule. Sie planen die Ausbildung nur für den Betrieb. Die Ausbildungsordnung gibt aber auch die Zeitaufteilung vor: wie viele Tage im Betrieb, wie viele in der Schule. Das duale System ist abgestimmt. Wenn du die Berufsschule ignorierst, verpasst dein Azubi wichtige Theorieinhalte. In der Prüfung musst du das duale System erklären können. Zeige, dass du die Ausbildungsordnung ganzheitlich verstehst.
Unterscheidung von ähnlichen Begriffen
Der Begriff Ausbildungsrahmenplan war früher gebräuchlich. Er bezeichnete das Dokument, das die Ausbildungsinhalte auflistete. Heute nutzen wir den Begriff Ausbildungsordnung. Sie ist moderner und lernfeldorientiert. Der Unterschied: Der alte Rahmenplan “rahmte ein”, die neue Ausbildungsordnung “ordnet felderweise”. In der Prüfung testen Prüfer gern, ob du den aktuellen Begriff kennst. Wenn die Frage lautet: “Wo stehen die Lernfelder?”, antworte mit “Ausbildungsordnung”, nicht mit “Ausbildungsrahmenplan”.
Das Berufsbild beschreibt typische Tätigkeiten in einem Beruf. Es ist allgemein und werblich. Die Ausbildungsordnung macht diese Tätigkeiten konkret. Sie nennt Lernziele, Zeitangaben und Prüfungsanforderungen. Merksatz: “Berufsbild zeigt was, Ausbildungsordnung wie und wann.” In Multiple-Choice-Fragen erscheinen beide Begriffe oft als falsche Synonyme. Wenn die Frage nach verbindlichen Inhalten fragt, ist die Ausbildungsordnung richtig.
Berufsbildpositionen (BOB) sind betriebliche Ergänzungen zur Ausbildungsordnung. Sie sind flexibel und an deinen Betrieb angepasst. Die Ausbildungsordnung ist bundesweit verbindlich. Merksatz: “Ausbildungsordnung obligatorisch, BOB optional.” In Planungsfragen in der Prüfung musst du den Unterschied kennen. Die Ausbildungsordnung ist die Basis, BOB ergänzt sie.
Der Ausbildungsvertrag ist das persönliche Dokument zwischen dir, deinem Betrieb und dem Azubi. Die Ausbildungsordnung ist der Inhaltsrahmen. Der Vertrag regelt Dauer, Vergütung und Urlaub. Die Ausbildungsordnung regelt Lernziele und Prüfungen. Merksatz: “Vertrag verspricht, Ausbildungsordnung liefert Inhalt.” In der Prüfung werden beide oft verwechselt. Achte auf die Frage: Geht es um Inhalte oder um individuelle Vereinbarungen?
So merkst du dir das
Die Ausbildungsordnung hat viele Details. Du musst sie nicht auswendig lernen. Du musst verstehen, was drin steht und wie du es anwendest. Hier sind drei Merksätze, die dir in der Prüfung helfen:
Merksatz 1: “Ausbildungsordnung ordnet an: Felder, Zeit, Plan – sonst kein Mann im Ausbilder-Clan.” Dieser Reim hilft dir, die drei Hauptinhalte zu merken: Lernfelder, Zeitaufteilung, Gliederungsplan.
Merksatz 2: “AOLZ – Ausbildungsordnung = Lernziele.” Das Akronym erinnert dich daran, dass die Ausbildungsordnung auf Lernfelder zielt. Wenn in der Prüfung “Lernziele” auftaucht, denke sofort an die Ausbildungsordnung.
Merksatz 3: “Felder Zuerst: Fachlich, Zeitlich – Ausbildungsordnung-Test siegt!” Dieser Satz hilft dir, in Prüfungsfragen die richtige Antwort zu wählen. Wenn die Frage nach Inhalten (fachlich) oder Dauer (zeitlich) fragt, ist die Ausbildungsordnung die Lösung.
Eine Visualisierung kann auch helfen. Stell dir eine Schubladenkommode vor. Jede Schublade ist ein Lernfeld. In jeder Schublade liegen die Inhalte, die dein Azubi lernen muss. Die Kommode ist beschriftet: oben steht “1. Ausbildungsjahr”, unten “3. Ausbildungsjahr”. So hast du die zeitliche Gliederung im Kopf.
Eine andere Analogie: Die Ausbildungsordnung ist wie ein Kochrezept. Die Zutaten sind die Inhalte. Die Schritte sind die Lernfelder. Die Zeit ist die Ausbildungsdauer. Wenn du kochst, folgst du dem Rezept. Wenn du ausbildest, folgst du der Ausbildungsordnung. Diese Analogie macht das abstrakte Dokument greifbar.
Prüfungstipps
Achte in der Prüfung auf Signalwörter: “Ausbildungsordnung”, “Lernfelder”, “BBiG § 4”, “Inhalte festgelegt”, “zeitliche Gliederung”, “sachliche Gliederung”. Wenn diese Wörter auftauchen, wähle die Antwort, die sich auf die Ausbildungsordnung bezieht.
In Multiple-Choice-Fragen gibt es oft Distraktoren. Das sind Antworten, die fast richtig klingen. Typische Distraktoren sind “Ausbildungsvertrag”, “Berufsschule” oder “Betriebsvereinbarung”. Wenn die Frage nach verbindlichen Ausbildungsinhalten fragt, ist die Ausbildungsordnung richtig. Wenn die Frage nach individuellen Vereinbarungen fragt, ist der Ausbildungsvertrag richtig. Wenn die Frage nach schulischen Inhalten fragt, ist die Berufsschule richtig. Lies die Frage genau.
Im Fachgespräch hast du etwa 15 Minuten Zeit. Nutze die erste Minute, um die Ausbildungsordnung zu definieren. Sage: “Die Ausbildungsordnung legt nach BBiG § 4 die Lernfelder, die Ausbildungsdauer und die Prüfungsanforderungen fest.” Dann hast du eine solide Basis. Nutze die nächsten zwei Minuten, um zu erklären, wie du sie in deiner Unterweisungsplanung angewendet hast. Zitiere konkret ein Lernfeld: “Ich habe Lernfeld 5 aus der Ausbildungsordnung für Industriemechaniker genutzt. Dort steht, dass Azubis Montagetechniken beherrschen müssen. Deshalb habe ich meine Unterweisung so aufgebaut.”
In der praktischen Prüfung (Präsentation oder Durchführung) musst du zeigen, dass deine Planung auf der Ausbildungsordnung basiert. Bereite eine Folie oder ein Handout vor, auf dem du das relevante Lernfeld zitierst. Sage im Prüfergespräch: “Laut Ausbildungsordnung muss mein Azubi diese Kompetenz im zweiten Ausbildungsjahr erwerben. Deshalb setze ich diese Methode ein.” So zeigst du, dass du die Ausbildungsordnung nicht nur kennst, sondern auch anwendest.
Vermeide die Verwechslung mit BOB (Berufsbildpositionen). Wenn du in der Prüfung antwortest, betone: “Die Ausbildungsordnung ist bundesweit verbindlich. Sie gilt für alle Betriebe.” Das zeigt, dass du den Unterschied zwischen verbindlichen und betrieblichen Inhalten verstehst.
Beim Zeitmanagement in der schriftlichen Prüfung: Du hast 180 Minuten für 80 Fragen. Das sind etwa 2 Minuten pro Frage. Wenn eine Frage zur Ausbildungsordnung auftaucht, lies sie zweimal. Prüfe, ob sie nach Inhalten (Ausbildungsordnung), individuellen Vereinbarungen (Ausbildungsvertrag) oder Methoden (didaktisch) fragt. Dann wähle die Antwort. Investiere lieber 30 Sekunden mehr und sei sicher, als zu raten.
Das nimmst du mit
- Die Ausbildungsordnung legt verbindlich fest, was ein Azubi lernen muss, wie lange die Ausbildung dauert und welche Prüfungen am Ende stehen. Sie ist dein wichtigstes Planungsinstrument.
- Sie enthält Lernfelder, einen zeitlichen Gliederungsplan und Prüfungsanforderungen. Du leitest daraus konkrete Lernziele und Methoden ab.
- Verwechsle sie nicht mit dem Ausbildungsvertrag (individuell), dem Berufsbild (allgemein) oder den Berufsbildpositionen (betrieblich). Die Ausbildungsordnung ist bundesweit verbindlich.
- In der AEVO-Prüfung erkennst du Fragen zur Ausbildungsordnung an Signalwörtern wie “Lernfelder”, “BBiG § 4” oder “Inhalte festgelegt”. Zitiere sie in deiner Präsentation und im Fachgespräch.
- Präge dir ein: “Ausbildungsordnung ordnet an: Felder, Zeit, Plan.” Mit diesem Merksatz beantwortest du jede Frage zur Ausbildungsordnung sicher.
Weiterführende Links
- AEVO-Prüfung – Fragen im Fachgespräch - Ausbilderwelt - https://ausbilderwelt.de/aevo-pruefung-fragen-im-fachgespraech/
- AEVO Prüfungsfragen kostenlos: jetzt online vorbereiten - TestHelden - https://testhelden.com/aevo-pruefungsfragen-kostenlos-pdf/
- AEVO Prüfungsfragen – Kostenlos online üben - Plakos Akademie - https://plakos-akademie.de/aevo-pruefungsfragen/
- Mögliche Fragen im Fachgespräch der AEVO-Prüfung - https://aevo-online.com/fachgespraech-aevo-pruefung/
- 200 Fragen der Prüfer im Fachgespräch praktische AEVO Prüfung - https://www.youtube.com/watch?v=dX7i0qScUv4
- Testfragen / Prüfungsfragen für die Ausbildereignungsprüfung [PDF] - https://www.top-aevo.de/ausbildereignungspruefung.pdf
- Beliebte Fragen im Fachgespräch inkl. Antworten - AEVO Akademie [PDF] - https://www.aevoakademie.de/downloads/AEVO-Pruefungsfragen.pdf
- AEVO-Prüfung (AdA-Schein): Fragen üben mit Lösungen - https://www.ausbildungspark.com/einstellungstest/aevo-pruefung-ada-schein
- Ausbildereignungs-Prüfung - IHK [PDF] - https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/5253398/8c8b4f91697086e22e26686de0549e76/aevo-musteraufgabensatz-data.pdf
- Fachgespräch – Typische Fragen - nova nexus [PDF] - https://www.nova-nexus.de/wp-content/uploads/2020/11/Fachgespraech-77-typische-Fragen.pdf